Nintedanib ist ein niedermolekularer Tyrosinkinaseinhibitor, der insbesondere folgende Rezeptoren hemmt: von Blutplättchen abgeleiteter Wachstumsfaktor-Rezeptor (platelet-derived growth factor receptor, PDGFR) α und ß, Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptor (fibroblast growth factor receptor, FGFR) 1-3 und VEGFR 1-3. Darüber hinaus hemmt Nintedanib die Kinasen Lck (lymphocyte-specific tyrosine-protein kinase), Lyn (tyrosine-protein kinase lyn), Src (proto-oncogene tyrosine-protein kinase src) und CSF1R (colony stimulating factor 1 receptor). Nintedanib bindet kompetitiv an die Adenosintriphosphat (ATP)-Bindungstasche dieser Kinasen und blockiert so die intrazellulären Signalwege, die erwiesenermaßen an der Pathogenese fibrotischer Gewebeveränderungen bei interstitiellen Lungenerkrankungen beteiligt sind.
Laut der Analyse pharmakokinetischer Daten aus der Studie InPedILD (1199.337) führte die orale Anwendung von Nintedanib gemäß gewichtsbasiertem Dosierungsalgorithmus zu einer Exposition in dem bei erwachsenen Patienten beobachteten Bereich. Die beobachteten geometrischen mittleren Expositionen in Form der AUCτ,ss (geometrischer Variationskoeffizient) betrugen 175 ng/ml*h (85,1 %) bei 10 Patienten im Alter zwischen 6 und 11 Jahren bzw. 167 ng/ml*h (83,6 %) bei 23 Patienten im Alter zwischen 12 und 17 Jahren.
Nintedanib wurde nicht bei Kindern und Jugendlichen mit Leberfunktionsstörung untersucht. Populationspharmakokinetische Modelle zeigen, dass bei Kindern und Jugendlichen mit fibrosierenden interstitiellen Lungenkrankheiten (ILDs) und leichter Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse A) die empfohlenen Dosisreduktionen (wie in Abschnitt 4.2 der Fachinformation beschrieben) zu Expositionen führen würden, die bei der jeweils empfohlenen reduzierten Dosis mit den Nintedanib-Expositionen bei erwachsenen Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse A) übereinstimmen.
(SmPC Ofev)
Weichkapseln 25 mg, 100 mg, 150 mg
Nintedanib ist in den Weichkapseln in Form von Nintedanibesilat enthalten. Die angegebene Stärke bezieht sich auf Nintedanib.
Anwendungshinweis:
Die Kapseln sollten zu einer Mahlzeit eingenommen werden; sie sollten im Ganzen mit Wasser geschluckt und nicht zerkaut werden. Die Kapsel darf nicht geöffnet oder zerkleinert werden. Sie können mit einer kleinen Menge (ein Teelöffel) kalter oder auf Raumtemperatur gebrachter weicher Nahrung eingenommen werden.
Für Kinder potentiell problematische Hilfsstoffe:
Die Hartkapseln enthalten – je nach Hersteller: Phospholipide aus Sojabohnen
Detaillierte Informationen zu einzelnen Präparaten entnehmen Sie bitte den Fachinformationen.
Bei Kindern und Jugendlichen mit leichter Leberinsuffizienz (Child-Pugh A) sowie zum Umgang mit Nebenwirkungen bei pädiatrischen Patient*innen wird eine reduzierte Dosierung empfohlen: siehe SmPC
| Behandlung von klinisch signifikanten progredient fibrosierenden interstitiellen Lungenerkrankungen (ILDs) und interstitieller Lungenerkrankung mit systemischer Sklerose (SSc-ILD) |
|---|
GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.
GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.
Übereinstimmend mit dem bekannten Sicherheitsprofil von erwachsenen Patienten mit idiopathischer Lungenfibrose (IPF), anderen chronischen fibrosierenden interstitiellen Lungenerkrankungen (ILDs) mit progressivem Phänotyp und interstitieller Lungenerkrankung bei systemischer Sklerose (SSc-ILD) waren die häufigsten berichteten Nebenwirkungen unter Nintedanib während der placebokontrollierten Phase Diarrhoe (38,5 %), Erbrechen (26,9 %), Übelkeit (19,2 %), Abdominalschmerz (19,2 %) und Kopfschmerzen (11,5 %).
Unter Nintedanib berichtete Leber- und Gallenerkrankungen während der placebokontrollierten Phase waren Leberschaden (3,8 %) und erhöhter Leberfunktionstest (3,8 %).
(SmPC Ofev)
Sehr häufig (≥ 10%): Diarrhoe, Übelkeit, Abdominalschmerz, Erbrechen, Leberenzym erhöht
Häufig (1-10%): Gewichtsabnahme, Appetit vermindert, Kopfschmerzen, Blutung, Hypertonie, Alanin-Aminotransferase (ALT) erhöht, Aspartat-Aminotransferase (AST) erhöht, Gamma-Glutamyltransferase (GGT) erhöht, Alkalische Phosphatase (AP) im Blut erhöht, Ausschlag
Gelegentlich (0,1-1%): Thrombozytopenie, Dehydratation, Myokardinfarkt, Pankreatitis, Kolitis, arzneimittelbedingter Leberschaden, Hyperbilirubinämie, Pruritus, Alopezie, Proteinurie
Häufigkeit nicht bekannt: Posteriores reversibles Enzephalopathiesyndrom, Aneurysmen und Arteriendissektionen, Nierenversagen
Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.
Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.
Überwachen Sie das Wachstum der Kinder regelmäßig. Bei offenen Epiphysen wird außerdem empfohlen, Veränderungen an den epiphysären Wachstumsfugen zu beurteilen. Überwachen Sie die Zähne der Kinder regelmäßig, und zwar alle 6 Monate, bis ihre Zähne vollständig entwickelt sind.
Bei leichter Leberinsuffizienz ist das Risiko von Nebenwirkungen aufgrund einer höheren Exposition erhöht. Die Anwendung bei Erwachsenen oder Kindern mit mittelschwerer bis schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Score 7–15) wird nicht empfohlen, da keine Daten vorliegen.
(SmPC Ofev)
Allgemeine Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen entnehmen Sie bitte den aktuellen Fachinformationen (https://www.ema.europa.eu oder https://medikamente.basg.gv.at/).
Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.
In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.
| Anaplastische Lymphomkinase (ALK)-Inhibitoren | ||
|---|---|---|
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Xalkori®
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L01ED01 | |
| Andere Proteinkinase-Inhibitoren | ||
|---|---|---|
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Rozlytrek®
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L01EX14 | |
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Vitrakvi®
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L01EX12 | |