Medroxyprogesteron (oral)

Wirkstoff
Medroxyprogesteron (oral)
Handelsname
ATC-Code
G03DA02

Medroxyprogesteron (oral)

Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen

Darreichungsformen und Hilfsstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wechselwirkungen
Pharmakodynamik und -kinetik

Zulassung
Wirkstoffe der gleichen ATC-Klasse
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Pharmakodynamik

Gestagen; Medroxyprogesteronacetat ist ein C21-Derivat des Progesterons. Aufgrund seiner chemischen Modifizierung an C6 bzw. C17 ist bei Medroxyprogesteronacetat im Gegensatz zu Progesteron auch eine orale Applikation möglich. Medroxyprogesteronacetat kann ein in der Proliferationsphase befindliches Endometrium in die Sekretionsphase transformieren.

Pharmakokinetik bei Kindern

Keine Informationen zur Anwendung bei Kindern

Zulassung der Dosierungsempfehlungen in Kindermedika.at

  • Prävention einer Endometriumhyperplasie bei Östrogenbehandlung zur Pubertätsinduktion oder Wachstumshemmung
    • Oral
      • Keine Arzneispezialität in Österreich zugelassen

Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Keine Arzneispezialität in Österreich zugelassen 

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Präparate im Handel

In Österreich ist keine Arzneispezialität mit Methylprogesteron zur oralen Einnahme verfügbar. Es stehen Importarzneimittel bzw. magistrale Zubereitungen zur Verfügung.

In Deutschland im Handel: MPA GYN 5 mg Tabletten

Weitere praktische Informationen/ Verfügbarkeit

Meldungen zu Vertriebseinschränkungen von Arzneispezialitäten in Österreich (BASG)

Dosierungen

Prävention einer Endometriumhyperplasie bei Östrogenbehandlung zur Pubertätsinduktion oder Wachstumshemmung
  • Oral
    • ≥ 12 Jahre
      [1] [4]
      • Medroxyprogesteronacetat: 5 - 10 mg/Tag in 1 Dosis
      • Behandlungsdauer:

        Während der ersten 10-14 Tage eines Monats

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Bei akuter Niereninsuffizienz ist Vorsicht geboten, da Medroxyprogesteron eine mäßige Flüssigkeitsretention verursachen kann.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Häufig (1-10%): Nervosität, Kopfschmerzen, Akne

Gelegentlich (0,1-1%): verminderte Glucosetoleranz, Depressionen, psychische Veränderungen, Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, thromboembolische Ereignisse, Thrombophlebitis, gastrointestinale Störungen (z. B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung), Alopezie, Pruritus, Urtikaria, Hautausschlag, allergische Hautreaktionen, Hirsutismus, Spannungsgefühl in den Brüsten, Gewichtszunahme, Müdigkeit

Häufigkeit nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Anaphylaxie und anaphylaktoide Reaktionen), Angioödem, Schwindelgefühl, cholestatischer Ikterus, Gelbsucht, abnorme uterine Blutungen (unregelmäßig, verstärkt, abgeschwächt), Amenorrhö, Veränderungen der Zervixsekretion, Zervixerosionen, verlängerte Anovulation, Ödeme/Flüssigkeitsretention, Erschöpfung, Fieber

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

Behandlung von Zyklusstörungen als Folge hormonaler Störungen: 

  • Venenentzündungen oder Thromboembolie
  • schwere Leberfunktionsstörungen
  • frühere oder bestehende Lebertumoren
  • therapeutisch nicht kontrollierter Bluthochdruck
  • bestehende oder erst kurze Zeit zurückliegende arterielle thromboembolische Erkrankungen (z. B. Myokardinfarkt, Apoplex)
  • Sichelzellanämie
  • Porphyrie
  • frühere oder bestehende sexualhormonabhängige Tumoren (z. B. Brust- oder Gebärmutterhalskrebs) bzw. ein entsprechender Verdacht
  • ungeklärte vaginale Blutungen

(SmPC MPA Gyn)

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Allgemeine Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen entnehmen Sie bitte den aktuellen Fachinformationen (https://www.fachinfo.de/).

Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

GESTAGENE

In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.

Referenzen

  1. Noordam C et al, , Werkboek Kinderendocrinologie, digitale publicatie op www.nvk.nl (alleen leden), 2010
  2. NKFK Werkgroep nierfunctiestoornissen [NKFK Arbeitsgruppe Nierenfunktionsstörung], Extrapolatie van KNMP risico analyse "Verminderde nierfunctie" voor volwassenen naar kinderen [Extrapolation der KNMP-Risikoanalyse "Eingeschränkte Nierenfunktion" für Erwachsene auf Kinder], 20 Dec 2021
  3. Pozo J., Ascertainment and treatment of delayed puberty., Horm Res, 2003, 60 Suppl 3:, 35-48
  4. Normann EK., Height reduction in 539 tall girls treated with three different dosages of ethinyloestradiol., Arch Dis Child., 1991, 66(11), 1275-8
  5. Grüters A., Effect of different oestrogen doses on final height reduction in girls with constitutional tall stature., Eur J Pediatr., 1989, 149(1), 11-3
  6. Drop SL, Sex steroid treatment of constitutionally tall stature, Endocr Rev., 1998, 19(5), 540-58
  7. Matthews D., Hormone supplementation for pubertal induction in girls., Arch Dis Child, 2017, 102(10), 975-80
  8. de Waal WJ., [Hormonal therapy of constitutionally tall children], Ned Tijdschr Geneeskd, 1998, 142(13), 693-7
  9. Hexal AG, SmPC MPA Gyn 5 mg Tabletten (6608977.00.00), 09-2020, www.fachinfo.de

Änderungsverzeichnis

  • 10 August 2026 17:06: Neue Monographie

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung