Sulfadiazin

Wirkstoff
Sulfadiazin
Handelsname
ATC-Code
J01EC02
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen

Darreichungsformen und Hilfsstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wechselwirkungen
Pharmakodynamik und -kinetik

Zulassung
Wirkstoffe der gleichen ATC-Klasse
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Pharmakodynamik

Sul­fa­dia­zin ist ein Chemotherapeutikum aus der Grup­pe der mit­tellang wirkenden Sul­fon­amide. Die Wirkung ist bakteriostatisch. Der Wirkmechanismus beruht auf der strukturellen Verwandtschaft der Sul­fon­amide mit der p-Ami­nobenzoesäure und der dadurch bedingten Hemmung der Folsäuresynthese der Erreger durch kompetitive Inhibition der Dihydropteroinsäuresyn­thetase.

(SmPC Sulfadiazin-Heyl®)

Pharmakokinetik bei Kindern

Es wurden keine pharmakokinetischen Studien bei Kindern durchgeführt.

Zulassung der Dosierungsempfehlungen in Kindermedika.at

  • Toxoplasmose, kongenital
    • Oral
      • Keine Arzneispezialität in Österreich zugelassen
  • Toxoplasmose, postnatal
    • Oral
      • Keine Arzneispezialität in Österreich zugelassen

Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Keine Arzneispezialität in Österreich zugelassen 

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Präparate im Handel

Keine Arzneispezialität in Österreich zugelassen/verfügbar. Es stehen Importarzneimittel und magistrale Rezepturen (Kapseln, orale Suspension) zur Verfügung

In Deutschland sind Tabletten 500 mg (Handelsname: Sulfadiazin-Heyl®) im Handel. 

Weitere praktische Informationen/ Verfügbarkeit

Meldungen zu Vertriebseinschränkungen von Arzneispezialitäten in Österreich (BASG)

Dosierungen

Toxoplasmose, kongenital
  • Oral
    • 0 Monate bis 1 Jahr
      [4]
      • 100 mg/kg/Tag in 4 Dosen. In Kombination mit Pyrimethamin und Folinsäure
      • Behandlungsdauer:

        während des 1. Lebensjahres

Toxoplasmose, postnatal
  • Oral
    • ≥ 2 Monate
      [4]
      • 100 - 150 mg/kg/Tag in 4 Dosen. Max: 8 g/Tag. In Kombination mit Pyrimethamin und Folinsäure
      • Behandlungsdauer:

        21 Tage; bei Immunsuppression bis 1-2 Wochen nach dem Abklingen der Symptome

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Anpassung bei Nierenfunktionsstörung wie angegeben:

GFR 50-80 ml/min/1.73 m2
Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich.
GFR 30-50 ml/min/1.73 m2
Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich.
GFR 10-30 ml/min/1.73 m2
50 Prozent der Einzeldosis und Dosierungsintervall: 6 Stunden
GFR < 10 ml/min/1.73 m2
Es kann keine allgemeingültige Empfehlung gegeben werden.
Klinische Konsequenzen

Bei Nierenfunktionsstörungen nimmt die renale Ausscheidung von Sulfadiazin und dem N-Acetyl-Metaboliten ab. Dies erhöht das Risiko von Nebenwirkungen.

Bei Dialyse

Es liegen keine Daten zur Dosisanpassung bei Dialyse vor.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe, Schwindel, Tinnitus, Kristallurie, Hypersensitivitätsreaktionen und Blutbildabweichungen

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Gelegentlich (0,1-1%): Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, allergische Reaktionen wie urtikarielle, erythematöse, makulöse und morbilliforme Haut­aus­schläge, Purpura, Photodermatose, Ery­thema no­dosum, Lyell-Syn­drom (Epidermolysis acuta toxica), exfoliative Dermatitis, Arzneimit­telfieber, Kopf- und Ge­lenk­schmer­zen, Kristallurie, Nephrolithiasis (kann zu aku­tem Nie­ren­ver­sa­gen führen)

Selten (0,01-0,1%): Folsäuremangel mit den Symptomen Anämie und Durchfall, cholestatische Hepatose

Sehr selten (< 0,01%): Blutbildveränderungen mit Thrombo- und Leukopenie, Agra­nu­lo­zy­to­se, Eosinophilie, aplas­ti­sche Anämie, aku­te hämolytische Anämie, DRESS-Syn­drom, Hypoglykämie, transitorische Myopie, fokale oder diffuse Le­bernekrose, Stevens-Johnson-Syn­drom (SJS) und toxisch epidermale Nekrolyse (TEN), petechiale Hautblutungen, Zyanose aufgrund von Sulf- oder Methämoglobinämie kommt außer beim angeborenen Glu­ko­se-6-Phos­phat-Dehy­dro­genase-Mangel der Ery­thro­zy­ten oder bei Hämoglobinanomalien wie Hb Köln und Hb Zürich nicht vor, interstitielle Nephritis

(SmPC Sulfadiazin-Heyl®)

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen bei Kindern

  • pathologische Blutbildveränderungen
  • Überempfindlichkeit gegenüber Sulfonamiden

Kontraindikationen allgemein

  • Ery­thema exsudativum multiforme oder DRESS-Syn­drom (auch in der Anamnese)
  • Stevens-Johnson Syn­drom oder toxisch epidermale Nekrolyse (auch in der Anamnese)
  • pathologische Blutbildveränderungen mit Leukopenie und Thrombopenie
  • angeborener Glu­ko­se-6-Phos­phat-Dehy­dro­genase-Mangel der Ery­thro­zy­ten
  • Hämoglobinanomalien wie Hb Köln und Hb Zürich
  • schwere Nie­ren­funk­ti­ons­stö­run­gen (Krea­tinin-Clearance klei­ner als 25 ml/min/1,73 m²)
  • schwere Le­berschäden oder Le­ber­funk­tions­stö­run­gen (z. B. aku­te He­pa­ti­tis)
  • aku­te Porphyrie

(SmPC Sulfadiazin-Heyl®)

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Vorsicht ist geboten bei der Exposition der Haut gegenüber Sonnenlicht oder UV-Strahlen aufgrund des Risikos von Photosensibilisierung. Bei Auftreten von Hautsymptomen ist die Anwendung sofort zu beenden. Zur Vorbeugung von Kristallurie wird empfohlen, ausreichend zu trinken oder den Urin zu alkalisieren.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Allgemeine Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen entnehmen Sie bitte den aktuellen Fachinformationen (https://www.fachinfo.de/).

Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

SULFONAMIDE UND TRIMETHOPRIM

In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.

Trimethoprim und Derivate

Trimethoprim

Motrim®, Triprim®
J01EA01
Kombinationen von Sulfonamiden und Trimethoprim, inkl. Derivate
J01EE01

Sulfametrol + Trimethoprim

Lidaprim®, Rokiprim®
J01EE03

Referenzen

  1. Schmidt DR, et al., Treatment of infants with congenital toxoplasmosis: tolerability and plasma concentrations of sulfadiazine and pyrimethamine., Eur J Pediatr, 2006, 165, 19-25
  2. 20McLeod R et al. , Outcome of treatment for congenital toxoplasmosis, 1981-2004: the National Collaborative Chicago-Based, Congenital Toxoplasmosis Study., Clin Infect Dis. , 2006, May 15;42(10), 1383-94
  3. Rademaker C.M.A. et al, Geneesmiddelen-Formularium voor Kinderen, 2007
  4. Heyl, SmPC Sulfadiazin-Heyl® 500 mg Tabletten (6814197.00.00), 12/2016

Änderungsverzeichnis

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung