Givinostat

Wirkstoff
Givinostat
Handelsname
Duvyzat®
ATC-Code
M09AX14
Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen

Darreichungsformen und Hilfsstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wechselwirkungen
Pharmakodynamik und -kinetik

Zulassung
Wirkstoffe der gleichen ATC-Klasse
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Pharmakodynamik

Givinostat ist ein Klasse-I- und -II-Histon-Deacetylase(HDAC)-Hemmer, der die unkontrollierte Aktivität der HDAC, die zum Krankheitsbild der Duchenne Muskeldystrophie (DMD) beiträgt, in dystrophen Muskeln moduliert.

Pharmakokinetik bei Kindern

Aus den populationspharmakokinetischen Analysen ergab sich, dass das Körpergewicht die Clearance von Givinostat signifikant beeinflusst. Die Wirkung ist nicht linear, d. h. die Wirkung ist bei geringeren Körpergewichten höher und bei Körpergewichten ab 30 kg geringer. 

Tmax: 2-3 Stunden
F= ≥ 50% nach einmaliger oraler Anwendung
T1/2: 6 Stunden

(SmPC Duvyzat -PK bei männlichen Patienten > 6 Jahre)

Zulassung der Dosierungsempfehlungen in Kindermedika.at

  • Duchenne-Muskeldystrophie bei gehfähigen Patienten
    • Oral
      • On-label

Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Oral, zur Behandlung der Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) bei gehfähigen Patienten zusammen mit einer Corticosteroid Behandlung

Kinder ab 6 Jahren:
15 kg bis < 20 kg
: 22,2 mg 2x täglich
20 kg bis < 40 kg: 31 mg 2x täglich
40 kg bis < 60 kg: 44,3 mg 2x täglich
Ab 60 kg: 53,2 mg 2x täglich

Dosisanpassung bei Thrombozytopenie, Diarrhö oder Hypertriglyceridämie (siehe Fachinformation)

(SmPC Duvyzat)

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://www.ema.europa.eu abgerufen werden.

Präparate im Handel

Suspension zum Einnehmen 8,86 mg/ml

Givinostat ist in der Suspension zum Einnehmen in Form von Givinostat-Hydrochlorid-Monohydrat enthalten. Die angegebene Stärke bezieht sich auf Givinostat.

Anwendungshinweis:

Die Einnahme der Suspension sollte aufgrund des bitteren Geschmacks von Givinostat zusammen mit Nahrung erfolgen. Vor der Anwendung muss Suspension mind. 30 Sekunden lang durch ca. 40-maliges Drehen der Flasche um 180° schütteln und Homogenität der Suspension visuell überprüfen

Für Kinder potentiell problematische Hilfsstoffe:

Die Suspension zum Einnehmen enthält: Natriumbenzoat, Sorbitol, Polysorbat 20, Propylenglycol, Saccharin

Detaillierte Informationen zu einzelnen Präparaten entnehmen Sie bitte den Fachinformationen.

Allgemeine Informationen zur Dosierung

Dosisreduktion oder Behandlungsunterbrechung beim Auftreten von Nebenwirkungen (Thrombozyten < 150 x 109/L, Triglyceride > 300 mg/dl bei 2 Messungen im Abstand von 1 Woche; mittelschwere bis schwere Diarrhö):
- Schritt 1: 1. Dosisanpassung
- Schritt 2: Wenn die Nebenwirkungen nach der 1. Dosisanpassung anhalten, mit der 2. Dosisanpassung fortfahren
- Wenn die Nebenwirkungen nach der 2. Dosisanpassung anhalten: Givinostat absetzen


Dosierungen

Duchenne-Muskeldystrophie bei gehfähigen Patienten
  • Oral
    • ≥ 6 Jahre und 15 bis 20 kg
      • 44,4 mg/Tag in 2 Dosen.
      • Dosisanpassung bei Nebenwirkungen:
        Schritt 1: 35,4 mg/Tag in 2 Dosen
        Schritt 2: 26,6 mg/Tag in 2 Dosen

    • ≥ 6 Jahre und 20 bis 40 kg
      • 62 mg/Tag in 2 Dosen.
      • Dosisanpassung bei Nebenwirkungen:
        Schritt 1: 44,4 mg/Tag in 2 Dosen
        Schritt 2: 35,4 mg/Tag in 2 Dosen
         
         

    • ≥ 6 Jahre und 40 bis 60 kg
      • 88,6 mg/kg/Dosis in 2 Dosen.
      • Dosisanpassung bei Nebenwirkungen:
        Schritt 1: 62 mg/Tag in 2 Dosen
        Schritt 2: 53,2 mg/Tag in 2 Dosen
         
         

    • ≥ 6 Jahre und ≥ 60 kg
      • 106,4 mg/Tag in 2 Dosen.
      • Dosisanpassung bei Nebenwirkungen:
        Schritt 1: 79,8 mg/Tag in 2 Dosen
        Schritt 2: 70,8 mg/Tag in 2 Dosen

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Keine Informationen zur Dosisanpassung bei Nierenfunktionsstörung vorhanden.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Sehr häufig (≥ 10%): Thrombozytopenie, Hypertriglyceridämie, Diarrhöe, Erbrechen, Bauchschmerzen, Pyrexie

Häufig (1-10%): Gastroenteritis, verminderter Appetit, Angstzustände, Schwindel, Hämatom, Obstipation, Erythem, Ausschlag, Myalgie, Arthralgie, Muskelschwäche, Fatigue, Thyreoidea-stimulierendes Hormon im Blut erhöht

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

Neben Überempfindlichkeiten gegen den Wirkstoff oder einen sonstigen Bestandteil sind keine weiteren Kontraindikationen bekannt.

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Vor der Anwendung muss die Suspension mindestens 30 Sekunden lang durch ca. 40 maliges Drehen der Flasche um 180° geschüttelt und die Homogenität der Suspension visuell überprüft werden. Nicht ausreichendes Schütteln kann zu Über- oder Unterdosierung führen

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Allgemeine Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen entnehmen Sie bitte den aktuellen Fachinformationen (https://www.ema.europa.eu).

Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.

Referenzen

  1. Italfarmaco S.p.A., SmPC Duvyzat 8,86 mg/l Susp z Einnehmen (EU/1/25/1930/001) Rev 1, 27-10-2025, www.ema.europa.eu
  2. Italfarmaco S.p.A., SmPC Duvyzat 8,86 mg/l Susp z Einnehmen (EU/1/25/1930/001) Rev 1, 27-10-2025, www.ema.europa.eu

Änderungsverzeichnis

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung