Natriumhydrogencarbonat (= Natriumbicarbonat)

Wirkstoff
Natriumhydrogencarbonat (= Natriumbicarbonat)
Handelsname
ATC-Code
B05XA02

Natriumhydrogencarbonat (= Natriumbicarbonat)

Dosierungen
Nierenfunktionsstörungen

Darreichungsformen und Hilfsstoffe
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wechselwirkungen
Pharmakodynamik und -kinetik

Zulassung
Wirkstoffe der gleichen ATC-Klasse
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Pharmakodynamik

Natriumhydrogencarbonat (Natriumbicarbonat) ermöglicht die Korrektur metabolischer Azidosen, die durch einen extrazellulären Bicarbonatmangel gekennzeichnet sind. Die Korrektur des Basendefizits mit dem physiologischen Antacidum Bicarbonat ermöglicht prompt und kurz andauernd die Bindung der überschüssigen H+ -Ionen und damit die Wiederherstellung des gestörten Säuren-Basen-Gleichgewichtes. Die Pufferung erfolgt unter Freigabe von CO2 und ist deshalb an einen funktionierenden Respirationstrakt gebunden.

Pharmakokinetik bei Kindern

Keine Informationen

Zulassung der Dosierungsempfehlungen in Kindermedika.at

  • Akute metabolische Azidose
    • Intravenös
      • Off-label
    • Oral
      • Off-label
  • Metabolische Azidose bei chronischer Niereninsuffizienz; Harnalkalisierung
    • Intravenös
      • Off-label
    • Oral
      • Off-label

Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Keine Arzneispezialität für Kinder in Österreich zugelassen 

Die aktuellen Fachinformationen können unter https://aspregister.basg.gv.at/ abgerufen werden.

Präparate im Handel

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung 8,4 % (= 1 mol/L). 100 mL enthalten: 8,4 g Natriumhydrogencarbonat, entsprechend 100 mmol Na+ und 100 mmol HCO3-
magensaftresistente Weichkapseln 500 mg, 840 mg 

Anwendungshinweis:

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung: Zur intravenösen Verabreichung nach entsprechender Verdünnung

Für Kinder potentiell problematische Hilfsstoffe:

Die Weichkapseln enthalten: Sorbitol, Sojaöl, Polysorbat 80, Propylenglykol

Detaillierte Informationen zu einzelnen Präparaten entnehmen Sie bitte den Fachinformationen.

 

 

 

Weitere praktische Informationen/ Verfügbarkeit

Meldungen zu Vertriebseinschränkungen von Arzneispezialitäten in Österreich (BASG)

Dosierungen

Akute metabolische Azidose
  • Intravenös
    • 0 Jahre bis 18 Jahre
      [4]
      • Dosis in mmol = (0,3 x Körpergewicht in kg) x Basendefizit
        Initial 50% der berechneten Dosis verabreichen und danach evaluieren, ob die restliche Dosis auch verabreicht werden sollte

  • Oral
    • 0 Jahre bis 18 Jahre
      [4]
      • Dosis in mmol = (0,3 x Körpergewicht in kg) x Basendefizit
        Initial 50% der berechneten Dosis verabreichen und danach evaluieren, ob die restliche Dosis auch verabreicht werden sollte

Metabolische Azidose bei chronischer Niereninsuffizienz; Harnalkalisierung
  • Intravenös
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [4]
      • Initialdosis: 1 - 2 mmol/kg/Tag, einmalig. Gefolgt von einer Infusion mit 132 mmol in 1 L Glucoselösung (50 g/L) mit einer Infusionsrate, die dem 1,5 - 2 fachen der Infusion zum Flüssigkeitserhalt entspricht; Infusionsrate max. 1,5 mmol (=126 mg)/kg/Stunde.
      • Dosis je nach pH-Wert des Urins anpassen, Zielwert des pH-Werts 7-7,5
        1 mmol = 84 mg

  • Oral
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      • 47,6 mmol/m²/Tag in 3 - 4 Dosen.
      • Dosis je nach pH-Wert des Urins anpassen, Zielwert des pH-Werts 7-7,5
        1 mmol = 84 mg

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Keine Informationen zur Dosisanpassung bei Nierenfunktionsstörung vorhanden.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Intravenöse Anwendung:

Häufigkeit nicht bekannt: Hypernatriämie, Hyperosmolarität

Wegen des stark alkalischen pH-Wertes und der hohen Osmolarität kann es bei unverdünnter oder zu schneller Infusion in eine periphere Vene zu Beschwerden am Verabreichungsort wie Irritation der Injektionsvene, Thrombophlebitis und Thrombose kommen

Orale Anwendung:

Sehr selten (< 0,01%): allergische Reaktionen durch Sojaöl

Häufigkeit nicht bekannt: Blähungen und Bauchschmerzen, Begünstigung der Bildung von Calcium- oder Magnesiumphosphatsteinen in der Niere bei lang anhaltendem Gebrauch, hypocalcämische Tetanie (muskuläre Übererregbarkeit durch erniedrigtes Calcium) bei Dosisüberschreitung. Bei vorbestehenden Störungen des Magen-Darm-Traktes, z.B. Durchfällen, ist eine Verstärkung dieser Störung möglich.

(SmPC Nephrotrans)

Die vollständige Auflistung aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

Intravenöse Anwendung:

  • Hypernatriämie
  • Hypocalcämie
  • Hypochlorhydrie
  • Alkalosen
  • respiratorische Acidose
  • Hypoventilation
  • allgemeine Gegenanzeigen der Infusionstherapie: dekompensierte Herzinsuffizienz, Lungen- und Hirnödem, Nierenfunktionsstörungen (Oligurie, Anurie), Hyperhydratationszustände

Orale Anwendung:

  • Überempfindlichkeit gegen Soja, Erdnuss
  • Metabolische Alkalose
  • Hypokaliämie
  • Hypernatriämie
  • natriumarme Diät

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Allgemeine Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen entnehmen Sie bitte den aktuellen Fachinformationen (https://aspregister.basg.gv.at).

Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

ADDITIVA ZU I.V.-LÖSUNGEN

In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.

Referenzen

  1. Rademaker C.M.A. et al, Geneesmiddelen-Formularium voor Kinderen, 2007
  2. Heijden, van der AJ, Werkboek Kindernefrologie, VU Uitgeverij, 2002, 1e druk
  3. Kamps WA et al, Werkboek ondersteundende behandeling kinderoncologie, VU Uitgeverij, 2005
  4. B.Braun Melsungen AG, SmPC Natriumwaterstofcarbonaat [=Natriumhydrogencarbonat] 1,4% g/v (RVG 56354 ) 19-01-2015, www.geneesmiddeleninformatiebank.nl
  5. Fresenius Kabi Austria GmbH, SmPC Natriumbicarbonat „Fresenius“ 8,4 % Konz z Inf.ber. (13.324), 07-2019, https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/

Änderungsverzeichnis

  • 02 Juni 2026 16:14: Neue Monographie

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung